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1992 wagten Stefan und Pia Huwyler den Schritt in die Selbstständigkeit, mit viel Eigenverantwortung, harter Arbeit und dem klaren Anspruch, seriös und zuverlässig zu arbeiten. Im Interview spricht Stefan Huwyler über die Anfänge der Huwyler Klima AG, prägende Meilensteine, schwierige Zeiten und die Werte, die das Familienunternehmen bis heute ausmachen.
Als Stefan Huwyler 1992 gemeinsam mit seiner Frau Pia den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, war vieles offen. Die Wirtschaftslage war unsicher und die Auftragslage nicht planbar. Was es aber von Anfang an gab, war ein klarer Anspruch: seriös arbeiten, Versprechen halten und Schritt für Schritt etwas Eigenes aufbauen.
Heute, über 30 Jahre später, ist aus der damaligen Einzelfirma die Huwyler Klima AG geworden. Ein Familienunternehmen mit Sitz in Meierskappel, langjährigen Mitarbeitenden, treuen Kunden und einem starken Namen in der Klima und Kältetechnik.
Im Gespräch blickt Stefan Huwyler zurück auf die Anfänge, prägende Meilensteine, schwierige Jahre und die Frage, was auch in Zukunft unbedingt erhalten bleiben soll.
Die Gründung war eigentlich aus der Situation heraus geboren. Es war damals eine Rezession, vieles war unsicher. Ich hatte zuvor verschiedene berufliche Stationen erlebt und merkte irgendwann: Ich möchte keinen Chef mehr haben. Also habe ich entschieden, selber anzufangen.
Ich kaufte einen Transit, richtete ihn ein, besorgte Werkzeuge und startete. Gleichzeitig mussten wir natürlich auch das Büro aufbauen. Für mich war klar: Wenn ich am ersten Tag arbeite, will ich am Abend auch die erste Rechnung schreiben können. Das Büro musste also von Anfang an funktionieren.
Gestartet sind wir in Root LU bei meinem Schwager und meiner Schwester, welche dort ein Ladenlokal mit einen kleinen Bürobereich und etwas Lagerfläche hatten. Dort konnten wir auch Infrastruktur wie Fax und Kopierer mitbenutzen. Das war einfach, aber es hat gereicht.
Eine sehr wichtige. Pia hat sich damals an der Handelsschule weitergebildet und von Anfang an den Bürobereich übernommen. Wir haben zu zweit gestartet. Ich draussen bei den Kunden und auf den Baustellen, Pia im Büro.
Wenn es grössere Aufträge gab oder mehr Arbeit anfiel, haben wir Kollegen beigezogen, die ebenfalls selbstständig waren. Manchmal haben wir uns abends um fünf Uhr getroffen und dann bis tief in die Nacht gearbeitet, weil tagsüber bereits andere Aufgaben erledigt werden mussten.
Es war keine einfache Zeit, aber wir haben angepackt.
Eigentlich gut, aber immer mit Druck. Jeder Auftrag war wichtig. Jede Schraube, die man anziehen durfte, war ein Geschenk.
Gerade in den ersten Jahren war man ständig auf der Suche nach Arbeit. Ich habe sogar zusätzlich Garagentorantriebe montiert, um meine Zeit auszufüllen und Einnahmen zu sichern. Man musste flexibel sein und jede Möglichkeit nutzen.
Wir waren nie ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht. Gerade deshalb war der Service für uns schon früh sehr wichtig. Wartungen und Serviceverträge halfen, ruhigere Zeiten besser zu überbrücken.

Ja, das war sicher die Zeit um 1999. Ich arbeitete damals noch als Freelancer für meinen ehemaligen Arbeitgeber und war dadurch in grössere Projekte eingebunden. In dieser Phase kamen wir mit grösseren Kunden und anspruchsvollen Projekten in Berührung. Dadurch entstand ein Bereich, der für uns bis heute wichtig geblieben ist.
Parallel dazu erhielten wir einen sehr grossen Auftrag zusammen mit einem Lüftungsunternehmen. Das war für uns damals unvorstellbar gross.
Dieser Auftrag war ein echter Startschuss. Wir mussten uns organisatorisch weiterentwickeln, Personal aufbauen und die Bürostrukturen anpassen. Aus der kleinen Einzelfirma wurde nach und nach ein professioneller Betrieb.
Ein wichtiger Schritt war sicher die Weiterentwicklung von der GmbH zur AG. Später kam auch der Moment, in dem ich mich gesundheitlich etwas zurücknehmen musste. Ich hatte Herzprobleme und merkte, dass ich nicht mehr alles selber machen konnte und sollte.
Ich habe dann mein Werkzeug nicht mehr ständig mitgenommen, auch damit ich meinen Mitarbeitenden die Arbeit nicht wegnehme. Stattdessen konzentrierte ich mich stärker auf Verkauf, Kundenkontakte und die Weiterentwicklung der Firma.
In dieser Zeit habe ich auch Verantwortung abgegeben und einen Mitarbeiter beteiligt, der später die Geschäftsführung übernahm. Das war ein wichtiger Schritt, weil eine Firma nicht nur von einer Person abhängig sein darf.

Es war ein Prozess. Aber für mich war immer klar: Gute Mitarbeitende soll man machen lassen. Natürlich nicht unkontrolliert, aber man muss abgeben können, was andere vielleicht besser machen.
Das war ein wichtiger Gedanke für mich. Eine Firma sollte auch funktionieren, wenn ich einmal in den Ferien bin, ausfalle oder irgendwann nicht mehr da bin. Operativ muss es weiterlaufen können. Das war mir immer wichtig.
Es gab natürlich schwierige Jahre. Unsere Branche ist saisonabhängig. Wenn es kalt ist, im Winter, dann ist weniger los. Gerade in den ersten zehn Jahren mussten wir immer besonders schauen, dass genug Arbeit da ist.
Wir haben daraus gelernt. Der Service und die Wartungsverträge wurden für uns noch wichtiger. Sie geben eine gewisse Planbarkeit, sowohl für uns als auch für die Kunden.
Wir sind auch nicht einfach schnell gewachsen. Wir haben immer abgewogen, ob ein zusätzlicher Mitarbeiter wirklich nötig ist. Wachstum durfte nicht einfach passieren, nur weil gerade eine Chance da war. Es musste langfristig Sinn machen. Es bringt nichts, gross zu werden, wenn die Grundlagen nicht stimmen.
Sehr stark. Umweltfragen, neue Materialien, neue Vorschriften und neue Stoffe haben die Branche laufend verändert. Alte Stoffe werden verboten, neue Lösungen kommen dazu. Das Wissen muss ständig aktuell bleiben.
Das bedeutet, man muss Weiterbildungen besuchen, Seminare machen, Verbandsinformationen verfolgen und die Mitarbeitenden laufend schulen. Die Technik entwickelt sich schnell. Als Unternehmen muss man bereit sein, mitzuziehen.
Ja, sicher Projekte mit Kunden wie Sunrise und Otto’s. Gerade solche Aufträge waren für uns entscheidend. Sie haben uns gefordert, aber auch geholfen, als Firma zu wachsen, Strukturen aufzubauen und den nächsten Schritt zu machen.
Solche Projekte prägen ein Unternehmen. Nicht nur wegen der Grösse, sondern weil man daran lernt, Verantwortung zu übernehmen und professioneller zu werden.
Für mich waren Mitarbeitende immer wie eine Familie. Pia und ich haben das von Anfang an so gelebt. Wir haben uns auch mit ethischer Betriebsführung beschäftigt und Seminare besucht, weil uns der menschliche Umgang wichtig war.
Natürlich ist das nicht immer einfach. Sobald ein Team wächst, gibt es manchmal auch Menschen, die nicht richtig hineinpassen. Ich erinnere mich noch gut an die erste Kündigung, die ich aussprechen musste. Das hat über ein Jahr gedauert, bis ich diesen Schritt geschafft habe.
Aber genau solche Erfahrungen gehören dazu. Ein gutes Team ist nicht einfach Zufall. Man muss daran arbeiten.
Das Betriebsklima. Das Familiendenken. Das Nahbare. Die Menschlichkeit.
Das war uns immer wichtig. Die Firma soll professionell arbeiten, aber trotzdem menschlich bleiben. Es soll nicht anonym werden. Mitarbeitende sollen sich einbringen können, Kunden sollen spüren, dass sie es mit echten Menschen zu tun haben.
Das ist ein Teil unserer Identität.
Der heutige Firmensitz der Huwyler Klima AG ist seit 2022 an der Hellmühlestrasse 5 in Meierskappel:

Die Firma soll professionell arbeiten, aber trotzdem menschlich bleiben. Es soll nicht anonym werden. Mitarbeitende sollen sich einbringen können, Kunden sollen spüren, dass sie es mit echten Menschen zu tun haben.
Es ist richtig und nötig, dass es einen Wechsel zu jüngeren Leuten gibt. Das Umfeld verändert sich, die Kunden verändern sich, die Kontakte verändern sich. Jüngere Menschen haben neue Netzwerke, neue Perspektiven und stehen oft vor ähnlichen Fragen wie ihre Generation von Kunden.
Mein Sohn Stefan W. Huwyler wird die Firma künftig übernehmen. Zusammen mit Raphael Felder, der heute Geschäftsführer ist, wird er die Huwyler Klima weiterführen. Für mich ist wichtig, dass unsere Grundsätze erhalten bleiben.

Zuerst möchte ich schauen, dass unsere Grundsätze weiterhin gelebt werden. Wenn ich sehe, dass die Übergabe funktioniert, dass die Firma läuft und die Richtung stimmt, dann möchte ich das Amt irgendwann auch weitergeben.
Es geht nicht darum, ewig festzuhalten, sondern sauber zu übergeben.
Halte deine Versprechen. Sei sorgsam mit deinen Ressourcen und sei bereit, ein paar Jahre durchzubeissen.
Man muss zuerst unabhängig werden. Auch finanziell. Erst dann kann man wirklich selber entscheiden und muss nicht Dinge tun, die man eigentlich nicht tun möchte.
Eine gute, seriöse Firma.
Das klingt vielleicht schlicht, aber genau das war immer mein Anspruch. Wir wollten nie die lautesten sein. Wir wollten zuverlässig sein, sauber arbeiten und langfristig bestehen.
Auf mehr freie Zeit. Ich merke, wie wertvoll es ist, einmal einen Tag ohne Termine zu haben. Nicht immer schauen zu müssen, wo man als Nächstes hinmuss.
Eine Leidenschaft von mir ist der Motorsport. Solange ich das noch machen kann, freue ich mich darauf.
Die Geschichte der Huwyler Klima AG ist keine Geschichte von schnellem Wachstum, grossen Versprechen oder lauter Werbung. Es ist die Geschichte von zwei Menschen, die 1992 mit Mut, Fleiss und viel Eigenverantwortung begonnen haben. Von einem Betrieb, der über Jahrzehnte gewachsen ist, ohne seine Wurzeln zu vergessen und von einer Übergabe, die nicht nur Zahlen und Strukturen betrifft, sondern auch Werte.
Verlässlichkeit, Menschlichkeit, Verantwortung, und der Anspruch, eine gute, seriöse Firma zu bleiben.
Genau das soll die Huwyler Klima AG auch in Zukunft prägen


Wichtige Erkenntnisse
Die Huwyler Klima AG entstand aus Mut, Fleiss und Eigenverantwortung.
Langfristiger Erfolg braucht Verlässlichkeit statt schnelles Wachstum.
Menschlichkeit und Teamkultur sind zentrale Werte des Unternehmens.
Die nächste Generation soll die Firma mit denselben Grundsätzen weiterführen.
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